Valentinsdinner im Museumscafé Flossenbürg

als #küchennomade unterwegs ´gen Osten

Es ist 12 Uhr. Ich packe alle meine Gewürzkisten, Öle, einen Hobel und die über Tage hinweg vorbereiteten und z.T. fermentierten Zutaten neben jeder Menge frischem Gemüse in den Kofferraum und schließe die Klappe.
Jetzt gehts los! Aufregend ist das!
Eine prickelnde Wärme steigt mir aus dem Bauch in die Fingerspitzen und ein Lächeln liegt mir auf den Lippen. Ich freue mich!

Eine Stunde später, nach einer kurvigen Fahrt übers weite Land, komme ich in Flossenbürg an.
Die ehemalige KZ-Gedenkstätte ruht imposant in der verschlafenen Winterlandschaft unter der erhabenen Ruine der Flossenbürger Burg. Oder der Flossenburg?

Christine, die Betreiberin der Museumscafé lotst mich zum Ausladen an den Hintereingang. Eine herzliche Begrüßung folgt.
Ich werde zuerst allen MitarbeiterInnen vorgestellt, denn hier arbeiten ganz besondere Menschen!

Das Museumscafé Flossenbürg kooperiert integrativ mit einer Behinderteneinrichtung und das Team besteht zur Hälfte aus Menschen mit Handicap, die über ihre Arbeit im Museumscafé beschäftigt und in die Gesellschaft integriert werden.

Ehrlich, herzliche Wesen, die ihre kindliche Freude über unsere "Dinner-Einlage" in ihren regulären Alltag nicht verbergen können.
Es rührt mir das Herz. Ich fühle mich in meine Zeit als Ergotherpeutin zurück versetzt. Sogar Autogrammkarten durfte ich unterschreiben. So süß!

Nachdem wir ausgeladen haben, richte ich mir meinen Arbeitsplatz ein und setze meine Vorbereitungen für den Abend fort.
Ich kann es kaum glauben - aber ich arbeite an einem Fenster mit Blick in den Kräutergarten - und das in einer Gastronomieküche! WOW!!! ... schöner kann's kaum sein!

Tatkräftige Hilfe wartet überall und so nähern wir uns entspannt und ohne Zeitdruck dem Eintreffen der Gäste.

Nach einer kleinen Team-Besprechung zum Ablauf des Dinners, der Speisefolge und etwaiger Herausforderungen, trifft Toni ein, der das Dinner mit ausgewählten Weinen begleiten wird.
Wer mal nach Weiden kommt, muss unbedingt in seinen Laden und Café "Hänsel & Gretel" auf einen Schluck einkehren.

Die Gäste trudeln ein, der Aperitif wird ausgeschenkt, der Gruß aus der Küche folgt.

Ein Sonnenblumenkern-Saatenkeks mit Winterkräuterpesto und Cashew-Frischkäse, Umami-Belugalinsen und Rote Pfefferbeere

Wir stellen uns vor, begrüßen die Gäste, prosten auf den Abend!
Weiter gehts mit

Einer Zitronengras - Kurkuma - Consommé die am Tisch an bunte, gehobelte Möhren, Kokos - Misofrischkäse und Basilikum angegossen wird.

Toni präsentiert seine Weine, ich richte den zweiten Gang an:

Rotkohl "mal anders" an Zimt-Mayonnaise, rohem Apfel-Chutney, Tempeh-Crisp, Walnussbrot und Balsamicoreduktion

Das Feedback der Gäste ist sehr gut. Hui! ... das beruhigt mich sehr.
Im Taracafe fühle ich mich sicherer - denn da weiß jeder worauf er sich einlässt. Hier, an einem völlig anderen Ort mit einer ganz anderen Speisekarte, könnten Erwartungen enttäuscht werden. Und das möchte ich auf keinen Fall.

Der Hauptgang schmeichelt dann auch den etwas kritischeren Gaumen, die deftige, bayerische Hausmannskost lieben

Gefüllter Champignon an Rahmwirsing mit Tofuspeck, herzhaftes Buchweizen-Granola, Meerrettich - Preiselbeeren und Schmand mit frittiertem Salbeiblatt

Und zum Dessert kredenze ich

Tiramisu neben Kardamom-Mousse auf Orangen - Splash, Macadamia und Öl, Kakaonibs und Schokoladenschaum

Tonis Süßwein dazu ist ein wahres Wunder! Eine Geschmacksexplosion im Mund. Phantastisch!

Als Nachklang aus der Küche gibt es eine Herzblutpraline zum Valentinstag und ein persönliches Dankeschön an alle Anwesenden.

Bedanken möchte ich mich außerdem noch einmal in aller Form bei den Betreibern des Museumscafé Flossenbürg, insbesondere Christine Schneider und der gesamten, umwerfend herzlichen und liebenswerten Crew!
Ich habe mich bei Euch sofort wie zu Hause gefühlt und freue mich jetzt schon auf baldige Wiederholung!