Die Sieben Zutaten für guten Genuss

Essen neu denken

Inspiriert durch die Lektüre „Die Philosophie des Kochens“ von Steven Paul

Zutaten
1 Glas Philosophie
2 Bund Kochkunst und Lebenskunst
3 ml Veränderung mit Kochtherapie
4 TL Globales Tafelsalz
5 Pkg Ess-Demokratie
6 Cup BackTooRoots
7 Msp Happening
Anleitung

philosophisch betrachtet:
Homo sapiens, der weise Mensch.
Oder auch der schmeckende Mensch von „sapio“ ich schmecke?
Der Homo sapiens lernte während unserer Evolutionsgeschichte, anhand seines Geschmackes, nicht nur weise zu unterscheiden, was ihm gut bekommt und was nicht.
Er wurde sogar „mündig“ genug, das zur Sprache zu bringen.
Die Ausdrucksweise „das schmeckt mir nicht“, bekundet das deutlich.
Die menschliche Intelligenz und mitunter sogar eine gewisse Weisheit, steht kulturhistorisch in engem Zusammenhang mit der kulinarischen Intelligenz, der Fähigkeit Speisen zubereiten zu können.

Umso mehr andere Kulturgüter, wie das Lesen und Schreiben, Philosophie, Dichtkunst, Körperkult und Theater etabliert wurden, umso mehr verlernte der Mensch das Zubereiten von Speisen wertzuschätzen.
Lange haben Philosophen und Denker der Vergangenheit dem Kochen die Würde abgesprochen.

Der platonische Nihilismus besagt, dass Kochen ein Handwerk sei, lediglich eine Geschicklichkeit.
Küchenarbeit wurde degradiert, man delegierte diese lästigen Tätigkeiten an die Dienerschaft und frönte den „wahren“ Künsten des Lebens.
Essen müsse man, um satt zu werden, nicht um zu genießen oder sich an Kunstwerken zu erfreuen.

Dieses bis heute bestehende Wertesystem erklärt ganz gut, wie es zur Genuss-Verarmung und zum Fast Food - Hype kommen konnte. Unsere westliche Esskultur ist vom antikulinarischen Denken der Vergangenheit geprägt und muss sich neu erfinden.

Wir dürfen endlich mit diesem Fehldenken aufräumen.
Wir bekunden mit unseren Mündern und unserer Sprache, dass uns das „nicht schmeckt“ und entdecken die Kochkunst aufs Neue.

Kochkunst und Lebenskunst
Kochen können ist ein humanes Vermögen. Kein anderes Lebewesen bedient sich der Hitze und verschiedener Utensilien, um Nahrungsmittel schmackhaft zuzubereiten.
Kochen können ist also ins Werk gesetzte Menschlichkeit.
Kein Handwerk kommt ohne menschliches Können aus. Und alles, was von der Natur entfremdet und von Menschenhand bearbeitet wird, ist künstlich und damit Kunst.
Jeder schaffende Mensch ist ein Künstler. Und jegliche in Szene gesetzten Werke, also auch kreativ angerichtete Teller bei einem Restaurant-Besuch, sind Kunstwerke.
Kochkunstwerke.

Diese Kochkunst zeigt sich im Erschaffen von Texturen, Konsistenzen, Formen, Farbgebung und Anordnungen auf der Unterlage.
Der Kochende weiß um Garzeiten und Zubereitungsmethoden Bescheid, mit denen er das Bild vor seinem inneren Auge in Szene setzen wird.
Er bedient sich seiner spontanen Kreativität, nutzt seine gestalterische Freiheit und bewirkt künstlerische Innovation.
Erfahrungsbasierte Experimente erlauben ihm, seine Fähigkeiten zu erweitern und im Umgang mit den Materialien immer selbstsicherer und freier zu werden.

Sobald der Kochende keiner Rezepturen mehr bedarf, sondern aus den Materialien, die im beim morgendlichen Marktbesuch bunt und grell entgegen strahlen, intuitiv und selbstbewusst wählen kann, wenn sein inneres Auge dabei Zutaten kombiniert, sein Gaumen Geschmacksnuancen ausheckt und seine Phantasie ihm beschreibt, wie sich das Werk auf dem Teller manifestieren
wird, dann ist er zum Kochkünstler geworden.

Und wenn er außerdem die nötige Weisheit besitzt, Essen global und ganzheitlich zu denken und sich der Wirkungsweise auf den eigenen Darm, seinen Körper, die Ess-Gemeinschaft, die Gesellschaft, das urbane Umfeld und den gesamten Planeten, bewusst ist, dann hat er sich auf den Weg der Lebenskunst begeben.

Ein Koch- und Lebenskünstler braucht für seine Werke keine künstliche Intelligenz und keine Kochroboter, die ihn anleiten, was zu tun sei.
Der gekonnte Umgang mit High Tech Geräten kann nützlich sein, wenn man sich ihrer zielgerichtet zu bedienen weiß. Sie sind allerdings nicht der Schlüssel zum „Kochen-können“.

Kochen kann nur erlernen, erfahren und beherrschen, wer selber Hand anlegt. Wer fühlt, tastet, tupft, greift, knetet, formt, schneidet und sich seiner Hände auf alle erdenklichen Arten bedient.

Sich selbst und die Welt verändern - eine Kochtherapie
Wenn man sich seiner Hände bedienen kann, ist man handlungsfähig. Und wenn man weiß, wie man etwas umsetzt und es schafft, das zu tun, besitzt man Handlungskompetenz.
Beides Kernelemente der Ergotherapie
Ein paar ergotherapeutische Maßnahmen können uns im Kleinen wie im Großen nur gut tun.

Schon im Kleinen, für uns selbst, lechzen wir nach dem Gefühl von „Freiheit“, von Selbstbestimmung und Integrität?
Die Freiheit zu entscheiden und die Kompetenz zu handeln.

Beides üben wir in der täglichen do-it-yourself-Kultur unserer Alltagsküche.
Der Kochende erobert sich ein Stück menschliche Freiheit zurück, einen Teil seiner menschlichen Würde, indem er mit seinen eigenen Händen etwas zubereitet, das ihn nährt.
Und seinen Körper, sowie seinen Geist fördert.

Er arbeitet an seinen handwerklichen Fertigkeiten, trainiert sein Gehirn, seine Wahrnehmungsfähigkeit, seine Geschicklichkeit, seine Reaktionsfähigkeit und vieles andere mehr. Er lernt gut für sich zu sorgen und setzt sich, im besten Fall, noch mit dem Ursprung seiner Lebensmittel auseinander.
Er entdeckt den Bezug zur Natürlichkeit wieder, zu seinen Wurzeln.
Er nutzt im kleinen seine Freiheit, selbst denken und handeln zu können und trägt dadurch zu seinem individuellen Glück bei.

Küchenarbeit ist auch im Großen eine entscheidende Tätigkeit, welche die kulturelle und geistige Entwicklung des Menschen ausmacht.
Das Feuer brachte die Menschen zusammen. Gemeinsam teilte und pflegte man dieses wertvolle Element. Man begann zu kommunizieren, die Sprache entwickelte sich weiter, sowie die Schrift (Symbolschrift) und damit die Ausdrucksfähigkeit.
Homo Sapiens lernte: Miteinander erreicht man mehr als gegeneinander.
Man sammelte sich um das Feuer. Man begann Siedlungen zu bauen und Tauschhandel zu betreiben. Nahrungsmittel wurden genießbar, das menschliche Gehirn wurde größer.

Im ernst nehmen und wertschätzen der Küchenarbeit und damit der Versorgung der Gesellschaft, liegt der Grundbaustein für soziales denken, für ökonomische Grundsatzentscheidungen, für Verantwortung und Gewissenhaftigkeit.
Sich selbst, wie der Welt gegenüber.

Wer sein Kochen als therapeutisches Mittel für das subjektive Wohlergeben und die Lebensgemeinschaft Erde versteht, kann auf allen Ebenen viel Heilung bewirken.

Global gesalzen - wir sitzen alle an der gleichen Tafel
Der Globale Blicke auf unseren Teller hat zwei Gesichter.
Eines voll wunderbarer Freude und eines voll erschreckendem Elend.
Beginnen wir mit ersterem.

Nahrungsmittel einzukaufen, beim Händler oder auf dem Markt, Gewürze und Grundzutaten, Küchenutensilien zu benutzen, alles, was wir benötigen, um zu Kochen, vereint auf wunderbare Weise die Geschichte und die Gegenwart unseres Miteinander auf der Erde.

Viele Lebensmittel, die wir heute als regional kennen, kommen ursprünglich von ganz anderen Kontinenten und wurden erst durch Schifffahrt und Entdeckungsreisen nach Europa verschleppt.
Durch die Handelsabkommen der Länder untereinander beziehen wir ständig Lebensmittel, die anderswo angebaut, geerntet und verpackt wurden. Das Gleiche gilt für die Gewürze, derer wir uns so gerne bedienen, um Speisen schmackhaft und bekömmlich zu machen.
Produzenten, Zwischenhändler, Händler, Endverbraucher - wir sind alle miteinander verbunden. Die Ware fließt hin, das Geld fließt zurück. Im besten Falle fair.
Bei den Koch- und Küchenutensilien geht es weiter? Wer fertigt die Bretter auf denen wir schneiden, woher kommen die Messer? Wer stellt das Kochgeschirr her und all die kleinen Hilfsmittel, derer wir uns bedienen können, um effektiv zu arbeiten?
Woher kommt das Porzellan auf dem wir servieren, wer hat den Ton dazu gefördert? Und wo auf der Welt ist das geschehen.
Ein riesiges, weltweites Netzwerk ermöglicht, dass wir lebenslustig Kochen und Genießen können.
Die Welt als Co-Working Space. Eigentlich faszinierend!
Wenn es doch nur gerecht dabei zugehen würde und die Handels- und Geldströme ausgeglichen wären.

Das erschreckende Elend resultiert leider daraus, dass wir in vielerlei Hinsicht auf Kosten anderer Nationen und Bevölkerungsgruppen in unserem Wohlstand schwelgen können.
Statt regionale Lebensmittel (und wer weiß heute noch, was wirklich regional und saisonal ist) bei der warmherzigen Marktfrau auf dem nächsten Bauernmarkt zu erwerben und die Landwirtschaft vor Ort zu stärken, kaufen wir wahllos was uns gerade gefällt in unterkühlten Großhandelshallen, ohne zu wissen woher es denn kommt.
Die Agrarwirtschaft vor unserer Städten geht ein, während anonyme Monokulturen anderer Orts expandieren und den dortigen Lebensräumen das Wasser weg saufen.

Vor lauter Fleischeslust hinterfragen wir erst gar nicht, ob es richtig ist, in anderen Teilen der Welt riesige Flächen zu besetzen, um Unmengen Soja für unsere Tierhaltung anzubauen. Hauptsache Mastfutter kann preisgünstig produziert werden. Die damit hierzulande gemästeten Tiere, werden am Fließband abgeschlachtet und zu Bergen von billigen und für jedermann erschwinglichen Fleischprodukten verarbeitet. Es soll so wenig wie möglich kosten.
Natürlich darf da auch die Manpower nicht ins Geld gehen.
Gastarbeiter aus Polen, Ungarn, Rumänien und Menschen aus Osteuropa, werden von uns in sklavenähnlichen Verhältnissen ausgebeutet. Die machen tagtäglich von Früh bis spät die Drecksarbeit zwischen Blut, Gedärm, Knochen und Fett.
450 Hühner in der Minute, 2.084 Schweine pro Stunde, 24.286 Rinder pro Tag.
Diese Menschen haben weder einen Wohnsitz bei uns, noch eine Kranken- oder Sozialversicherung. Sie führen ein Schattendasein im Untergrund.
Wir dulden sie so lange, so lange wir von ihnen profitieren. Nämlich als Lebewesenvernichtungsmaschinerie, anonym und hinter verschlossenen Türen, der riesigen Schlachthausbetriebe.
Ein Beispiel für die schreiende Ungleichheit um unsere globale Tafel, die sich direkt vor unserer Haustüre, im eigenen Land abspielt. Und zwar täglich!

Allerdings denken wir unseren Lebensluxus nicht zu Ende. Die Folgen unseres unüberlegten Konsum schwappen erbarmungslos zu uns zurück. Die Intensivhaltung bringt Antibiotikaresistenzen, Pestizidrückstände und jede Menge Krankheitserreger mit sich, die sich epidemieartig ausbreiten. Der dauernder Konsum billiger Massen- und Industrieprodukte führt zu Adipositas, Diabetes, Allergien und sämtlichen anderen ernährungsbedingten Krankheiten.
Allesamt Symptome eines defekten Lebensmittel-System.
Und das kostet uns Geld!
100 Milliarden Euro Steuergelder werden jährlich durch die Fehlernährung und die daraus resultierenden Erkrankungen aufgefressen.
Von den Folgen die durch eklatante CO2-Emissionen und den überdimensionalen Wasserverbrauch zu Stande kommen, ganz zu schweigen.

Verantwortlich dafür ist unser kulinarischer Analphabetismus und eine aus dem Ruder laufenden Lebensmittel-Industrie.

Wir sind eine Ess-Demokratie - auf in die Politik!
Im Grunde gibt es eine unmittelbare Verbindung zwischen dem, was wir kaufen, kochen und essen und der gesamten Erde. Unsere Ess-Welten haben eine tiefe Auswirkung auf die Gesellschaft und den Globus. Essen ist keine Privatsache.
Auch wenn wir möchten, dass es „einfach“ ist und wir unser Gewissen nicht bemühen wollen, um satt zu werden. Keine Rechtfertigungen abgeben, warum wir dies und jedes konsumieren.
Das Angebot ist ja da und es ist wesentlich einfacher nicht darüber nachzudenken, was, wann, wie, woher und warum, als es zu tun.

Food ist Trend. Wir definieren uns darüber wie groß unsere Steaks waren, welche Spitzenrestaurants wie besucht haben oder wie farbenfroh und gesund unser Essen ist.
Instagram spricht Bände. Genau wie all die hochwertig mit Herzblut publizierten Kochbücher, die sich wie Kulturbände über Kunst, Theater und Geschichte in den Bibliotheken unserer Wohnzimmer reihen.

Essen ist vielleicht noch ein privat gelebtes Vergnügen, aber mit Sicherheit schon lange nicht mehr Privatsache. Natürlich ist es der Nahrungsmittelindustrie, der Pharmazie und auch den Machthabern auf dieser Erde lieb, wenn der Verbraucher satt und zufrieden auf dem Sofa liegt und im Vedauungskoma döst. Ein sattes Volk geht nicht auf die Straße.
Uns sollte das aber eher beunruhigen und nachdenklich machen, als uns selbst zufrieden den Bauch zu kraulen.

Wir sitzen alle an einem Tisch, die ganze Welt. Auf den Tellern ganz weniger Nationen häufen sich Speisen in Hülle und Fülle, mehr als wir überhaupt verzehren können. Soviel sogar, dass wir krank davon werden.
Während es am anderen Ende der Tafel nichts zu essen gibt und unsere Tischgesellschaft reihenweise verhungert.
Wäre es nicht eines jeden erster Impuls die vollen Teller in die Mitte zu schieben und zu teilen?

Wir müssen uns unsres Einflusses bewusst werden. Unserer Verantwortung.
Der Verantwortung für uns selber, wie für unsere Familien, Freunde, Mitmenschen und allen Erdenbewohnern.
Der Verantwortung für unserer Städte und Regionen, Landstriche und Anbauflächen.
Unserer Verantwortung der Natur und der Umwelt gegenüber. Nicht nur direkt vor unserer Haustüre, auch auf der anderen Seite der Welt.

Wir können bei jedem Kauf, den wir tätigen, bewusst und bedacht wählen und so unsere Stimme abgeben.
Unsere Stimme für die Anbau- und Lebensbedingungen auf dieser Erde. Unsere Stimme dafür, wie Tiere gehalten werden oder nicht, was Produzenten verdienen, oder nicht. Ob sich Bauernhöfe am Leben erhalten können, oder nicht.
Unsere Stimme für die Zukunft.
Das ist unsere aktiv gelebte Ess-Demokratie.

Wie konnte es soweit kommen - back to the roots.
Die Tatsache, dass wir Nahrung zu uns nehmen müssen, bindet uns unumgänglich an die Natur. Selbst die Wurzel jeglicher industriell hergestellten Fertiggerichte liegen in Pflanzen.
Die Natur, Mutter Erde, ist der Ursprung allen Lebens.
Die Natur hat uns mündig gemacht.
Indem wir einen Mund besitzen, können wir Nahrung zu uns nehmen und uns am Leben erhalten. Und mit dem gleichen Organ lernten wir Sprechen.
Mit der Sprache begann die Entwicklung der Kultur. Und umso mehr wir Sprechen, schreiben und denken lernten, umso mehr haben wir uns von der Natur entfremdet.
Diese Entfremdung bringt eine Rücksichtslosigkeit mit sich, die sich verheerend auf unsere Umwelt auswirkt.
Obwohl wir so gebildet, belesen und klug zu sein meinen, sind uns die fundamentalen Zusammenhänge nicht mehr bewusst. Vollkommen unüberlegt und alles andere als weise, setzen wir uns über Grenzen hinweg, die wir längst hätten deuten können.
Wir zerstören unsere eigenen Lebensgrundlage.
Und merken es nicht.

Keine andere Spezies auf dem Planeten ist so sehr aus der Verbindung geraten wie der Mensch.

Hier wird die Küche der Ort zur Vermittlung zwischen Kultur und Natur. Das Kochen wird zu einer Verbindung knüpfenden Praxis.

Küchenarbeit selbst bringt ein ständiges Wechseln zwischen Natur und Kultur mit sich. Wenn wir uns besonnen und bedacht mit der Materie befassen, erkennen wir die oben erwähnten unmittelbaren Verbindungen wieder, wie die zum Bauern und Landwirt vor der Stadt. Und auch die globalen Verbindungen bleiben uns nicht verborgen, wenn wir unseren Verstand einschalten.

Kulturen, Lebensräume berühren sich, vermischen sich.
Genauso wie wir die vielen Zutaten für ein Gemüsecurry miteinander verrühren, verbinden sich beim Kochen und Backen sämtlich involvierte Zutaten, eingeschlossen derer Herkunftsräume und den Menschen, die zur Erschaffung tätig waren.

Küchenarbeit schafft Verbindungen. Im abstrakten Sinne, sowie ganz real. Kaum sonst irgendwo finden sich so viele unterschiedliche Nationalitäten auf einem Fleck, wie in den vielen kleinen Küchen gutbürgerlicher Restaurants.
Küchenarbeit liegt uns in den Genen. Hier findet man einen Platz und bekommt eine Aufgabe, selbst wenn man nicht die gleiche Sprache spricht.

Küchen als Verbindungsort zu begreifen, als Raum für Interaktion, Austausch, Bewusstseinsarbeit, Handlungskompetenz und Freiheit, das dürfen wir neu entdecken.
Gemeinsam zu kochen und genießen, kann so unglaublich viel dazu beitragen, Gutes in die Welt zu bringen.
Wir müssen nur damit anfangen.

Kochen als Happening, ein aktiv gelebtes Manifest für mehr Gerechtigkeit und Freiheit.
Um in der gerade aufgearbeiteten Misere endlich gegenzulenken, braucht es ernst zu nehmendes Engagement all derer, die in diesem Bereich Einfluss nehmen können.

Wenn Fernsehköche, Food-Gurus, Kochbuchautoren, Restaurantbesitzer, Lebensmittelhändler und Lebensmittelhandwerker, sowie aller Art anderer Influencer, die ihre Reichweite zum Wohle der Gemeinschaft nutzen können, ihre Stimme für eine bessere Esskultur abgeben und die Kochkunst zur Lebenskunst erheben, dann bewegen wir die Welt.
Wenn all diese Menschen nachhaltiges Gedankengut sähen und aus dem für selbstverständlich befunden Missstand unserer Nahrungsmittelindustrie aussteigen, wird etwas passieren.
Und bis die andren anfangen, können wir selbst bereits beginnen.
Jeder von uns hat eine Stimme. Jeder Koch- und Essbegeisterten Bürger.
Bei der nächsten Mahlzeit geht es los!

Lasst uns die Kreisläufe die mit unserer Nahrung zusammen hängen, wieder erforschen und überdenken. Lasst uns gemeinsam Freude daran entdecken, wieder selbst zu kochen.
Lasst uns unsere Gäste mit Naturprodukten überraschen und Gemüse und Pflanzen in den Mittelpunkt unserer Kreationen stellen.
Essen politisch zu denken bedeutet durchaus an Genuss interessiert zu sein.
Wo kommen wir denn hin, wenn „einfach“ und billig siegt? In der Masse geht unsere Genussfähigkeit unter.
Wir können neue Dimensionen der Kulinarik entdecken. Unseren Horizont genüsslich erweitern.
Unsere Freiheit am Herd verantwortungsvoll leben.

Denn es geht um nicht weniger, als den Erhalt der Grundvoraussetzung unserer Nahrungsmittel-Vielfalt und damit unseres täglichen Genusses.
Eine Geschmacksvielfalt, die uns glücklich macht und gesund bleiben lässt.